Die handschriftliche Verpflichtungserklärung war kurz, aber eindeutig: „Hiermit erkläre ich mich bereit, auf freiwilliger Basis mit dem Ministerium für Staatssicherheit zusammenzuarbeiten. Ich verpflichte mich, mit niemandem über diese Verbindung zu sprechen. Aus Sicherheitsgründen wähle ich mir den Decknamen Victoria.“

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Ausführlich berichtete Kahane auch über einen ZDF-Mitarbeiter, mit dem sie in freundschaftlichem Kontakt stand. Sie informierte das MfS nicht nur über sein Privatleben. Mit ihrer Hilfe konnten auch Hinweise auf illegale journalistische Aktivitäten in Ost-Berlin „erarbeitet“ werden, wie ihr Führungsoffizier festhielt. Die „auftragsgemäß“ beschafften Informationen dienten ihm zufolge aber vor allem dazu, das „Aufklärungsbild zur Persönlichkeit“ zu vervollkommnen. Zu seinem Glück verschwand der Journalist nach einiger Zeit aus Kahanes Umfeld, weil er als Korrespondent nach Lateinamerika ging.

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Wie es scheint, glaubt Kahane inzwischen selber ihre Version, nicht Täter, sondern Opfer gewesen zu sein. Diesen Eindruck erweckt nicht nur ihre Selbstdarstellung auf der Website der Stiftung. In ähnlicher Weise präsentierte sie sich nach Einschätzung der ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld auch in einem Fernsehfilm über „Auslandskader“ der DDR, der im Februar 2019 von der ARD ausgestrahlt wurde.

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