von Ulrich W. Sahm

JERUSALEM, 03.04.2019 – Nach 37 Jahren ist dem israelischen Geheimdienst ein höchst ungewöhnlicher Erfolg beschert worden. Bei einer Panzerschlacht gegen die Syrer waren am 11. Juni 1982, während des sogenannten Libanonkriegs, 20 Panzer zerstört worden. Es gab Tote und viele Verletzte. Doch drei Soldaten galten seitdem als „verschollen“, darunter Zecharia Baumel.

Sterbliche Überreste von Zecharia Baumel nach Israel geflogen

Jahrelang machten die Hinterbliebenen, darunter der Vater Jonah Baumel, Druck auf die Armee, den verschollenen Soldaten ausfindig zu machen, um ihn in Israel gebührend begraben zu lassen.
Am Mittwoch um 17:10 Uhr gab der Militärsprecher als Sensationsmeldung bekannt, dass die Überreste jenes Soldaten mit einem EL AL Flugzeug nach Israel gebracht worden seien. Im pathologischen Institut Abu Kabir in Tel Aviv wurden die Überreste „einwandfrei identifiziert“. Gefunden wurden auch Stiefel des Soldaten und Teile seiner Uniform, alles mit namentlichen Kennzeichen.

Bislang wurde nicht veröffentlich, wo die Leiche gefunden wurde und wie sie von israelischen Agenten nach einer „Militäroperation“ geborgen wurde.
1993 hat der PLO-Vorsitzende Jassir Arafat dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin die halbe Hundemarke von Baumel übergeben. Damit war spätestens seitdem klar, dass die Palästinenser vom Verbleib der Leiche des verschollenen Soldaten Bescheid wussten.
In Israel spielt das Leben der Soldaten eine sonst wohl unüblich große Rolle. Grundsätzlich gelten verschollene Soldaten als lebendig, solange deren Tod nicht einwandfrei festgestellt werden konnte. Und selbst dann bemüht sich die israelische Armee auch nach Jahrzehnten darum, die sterblichen Überreste den Nachkommen für ein ordentliches Begräbnis zu übergeben. Eine Schwester des bei der gleichen Schlacht verschollenen Jehuda Katz sagte im Rundfunk, dass sie immer noch ein „Fünkchen Hoffnung“ habe, ihren Bruder wiedersehen zu können. Im Radio wurde auch Chezi Schai interviewt, der zunächst als verschollen galt, aber dann lebendig in einem syrischen Gefängnis gefunden wurde. Schai kam im Mai 1985 im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei.

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