ASCHKELON / JERUSALEM, 13.11.2018 (TM) – Eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete hat in der Nacht zum Dienstag ein vierstöckiges Mehrfamilienhaus in der israelischen Küstenstadt Aschkelon getroffen. Dabei kam ein Mann ums Leben, seine Leiche wurde unter Trümmern entdeckt. Zwei Frauen erlitten nach offiziellen Angaben lebensgefährliche Verletzungen. Sechs weitere Hausbewohner erlitten Verletzungen. Bei dem Toten handelt es sich nach israelischen Medienberichten um einen Palästinenser (40) aus Hebron, der sich illegal in Israel aufhielt.

400 Raketen auf Israel

Seit Montagnachmittag haben Palästinenser rund 400 Raketen auf die israelischen Zivilisten im Grenzgebiet abgefeuert. Es waren die massivsten Angriffe seit dem Gazakrieg des Jahres 2014. Die israelische Luftwaffe reagierte mit anhaltenden Luftschlägen auf Einrichtungen der radikalislamischen Hamas, die die Regierung in dem Küstengebiet stellt. Unter anderem habe man drei Terrortunnel bombardiert, heißt es in einer Mitteilung der Armee. Insgesamt seien 150 Ziele attackiert worden. Man habe Waffenlager, eine Waffenfabrik, ein Hamas-Militärgelände und mehrere Schiffe im Hafen von Gaza angegriffen, die von den Islamisten genutzt wurden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza kamen mindestens vier Palästinenser durch die Luftangriffe ums Leben, fast alle waren offenbar Kämpfer der Hamas oder des Islamischen Dschihad.

Beschuss hält an

Zehntausende haben in Südisrael die Nacht in Schutzräumen verbracht. Der Beschuss ging auch am Dienstag weiter. Rund 100 Geschosse seien vom Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ abgefangen worden, so das Militär. Doch immer wieder gab es Einschläge, auch in Wohngebieten. Knapp 100 Israelis mussten wegen Verletzungen durch Bomben- und Granatsplitter oder wegen Panikattacken und Angstzuständen in Kliniken behandelt werden. Im Grenzgebiet bleiben die Schulen heute geschlossen. Anwohner sollen möglichst in Schutzräumen bleiben. Im Landkreis Hof Aschkelon sollten heute Kommunalwahlen stattfinden. Die wurden wegen der anhaltenden Bedrohung verschoben.

Hamas droht mit Ausweitung

Ein Sprecher der Hamas drohte, den Raketenbeschuss auszuweiten, und nannte die Städte Aschkelon und Beersheva als Ziele. Die israelische Armee reagierte auf eine mögliche Ausweitung des Konflikts: Ihr Sprecher, General Ronen Manelis, gab am Morgen bekannt, dass nun Reservisten zum Dienst eingezogen werden. Beobachter deuten dies als Zeichen für eine bevorstehende große Militäraktion. Die kanadische Botschaft in Israel hat am Morgen ihre „volle Solidarität“ mit den Bewohnern Südisraels bekundet. „Die Hamas muss ihre Angriffe auf Zivilisten sofort stoppen“, hieß es in einer Mitteilung. Kanada unterstützt die Bemühungen Ägyptens und der Vereinten Nationen, die Situation zu entschärfen. UN-Generalsekretär Anonio Guterres forderte Israelis und Palästinenser zur „größten Zurückhaltung“ auf. Bild: Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand in Sderot, der nach einem Raketeneinschlag ausbrach. Foto: Hadas Parush / Flash90

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