Von einer Leserin

Die erste Liebe ist ganz rein.

Verlasse sie nicht, denn sie wird zu oft verleumdet.

Eine Liebeserklärung an den Schöpfer aller Dinge.

Ach Herr, ich liebe dich, du wirst so oft missverstanden. Du bist mir aufgefallen, weil du in deinem Schweigen mehr sprachst als alle diese Weisen, die dich aus unserer Mitte verbannten und selbst das Wort ergriffen und sich einen Namen machten.

Deshalb will ich deine Namenlose sein.

Du bist mir aufgefallen als ich noch klein und sehr erschrocken war. Der Krieg war grade vorbei und die Welt war damit beschäftigt festzustellen wer für den Trümmerhaufen verantwortlich sei. Wer eigentlich hatte ihn verursacht? Eigentlich war es keiner, niemand war dafür zuständig. Niemand fühlte sich schuldig. Sie alle waren alle nur Befehlen gefolgt. Befehlen zu folgen war schließlich erste Bürgerpflicht. Sie sahen sich plötzlich alle als Opfer das nicht verstanden wurde.

Schuld waren immer die anderen. Und überhaupt: was ist Schuld, wenn man nur seine Pflicht erfüllt. Außerdem gab es nun eine neue Pflicht: Aus den Ruinen sollte Neues entstehen, etwas, das die Vergangenheit vergessen lässt.Und es entstand: Deutschland erhob sich und schüttelte den Staub des Krieges und auch die Asche von Auschwitz von seinen Füssen. Aber was geschah mit dem Blut an den Händen? Es wollte sich nicht einfach abwaschen lassen. Es schrie zum Himmel, und schrie und schrie. Es schreit noch heute. Es ließ sich nicht zum Schweigen bringen. Man dichtete zahllose Liebeslieder, doch keines kann den Schrei übertönen…….es schreit wie das Blut Abels nach Gerechtigkeit. Auch nach 70 Jahren fragt Gott den Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Sein Schrei durchdringt die Mauern der neu erstandenen Paläste und Kathedralen hinauf zum Himmel und verlangt Gerechtigkeit.

Die neuen Volksvertreter beeilten sich eine neue Zauberformel zu finden. Sie hat einen wohlklingenden Namen und heißt Demokratie. Nie wieder Krieg, so heißt der Zauberspruch. Alle sind gleich und alles ist gleich gültig. Wir haben uns alle lieb. Harmonie wird verordnet. Wer noch Fragen hat wird zum Schweigen gebracht. Die Opfer bekommen jährlich ihre Kränze und alles wird gut. Lasst euch das genügen. Bitte lasst uns unsere Lügen, damit wir unsere Schuld verhüllen.

Seid still und schweigt und klagt uns nicht länger an. Wir meinen es ernst. Sonst können wir euch nicht länger betrauern. Dann müssen wir andere Saiten aufziehen. Wir können auch anders: wir können euch zu Tode ignorieren und tanzen auf euren Gräbern. Wir freunden uns mit euren Feinden an. Wir sind wieder wer, wer kann uns wehren. Wir lieben inzwischen die ganze Welt. Mutti hat es so bestimmt. Wir sind so selbstverliebt. Wir haben den Frieden neu erfunden. Es gibt keine Grenzen mehr. Wir sind die neuen Weltenbürger, wer kann uns widerstehen: Unser Gesetz ist Toleranz um jeden Preis, ja, wir haben uns sogar mit dem Teufel versöhnt. Er hat alle die seinen miteinander versöhnt und das auch mit dem Islam. Nur eines kann unser neuer Freund nicht ertragen, und darauf gilt es Rücksicht zu nehmen: Ihr müsst mit ihm zusammen das hassen was er hasst. Und das ist das kleine Israel. Aber das fällt euch doch nicht schwer! Also gebt euch einen Ruck und schaut nach vorne. Vergesst die Stimme eures Gewissens und beweist eure Tauglichkeit für die neue Weltordnung. Vergesst die alten Ordnungen, werft ab das Joch der Wahrheit. Verlasst euch ganz auf die neue Zauberformel der Demokratie: Der Mensch wurde Gott und und hat nun das Sagen. Schuld hat nur noch Gott, der das alles zugelassen hat. Schweig endlich still, du böses Gewissen.

Schweige, du störst den neuen Frieden. Was sagst du da? Du willst nicht schweigen? Wer bist den du? Du bist doch spät geboren und hast keine Ahnung von dem Leben!

Da sagt der Spätgeborene ganz dreist: Doch, ich habe eine Ahnung von einem Leben. Ich ahne dass es ein Leben gibt, das ihr noch nie wirklich erprobt habt, weil ihr euch in Unschuld hüllt.

Es gibt aber einen der über eure Unschuldsbeteuerungen weint. Er sehnt sich nach euren Schuldbekenntnissen. Ich Spätgeborene habe IHM die Schuld bekannt als ich den Mann am Kreuz ansah der schuldlos daran hing. Er war so furchtbar still, dass mir die Ohren platzten und er mein Herz von Stein bezwang. Auf meine Frage wer das sei erfuhr ich dass er nur ein verrückter Jude sei. Aha, so sieht also ein Jude aus? Er war der erste Jude dem ich begegnete, denn Deutschland hatte sich gerade vor seinem Angesicht judenrein gemacht, und hat es nicht bemerkt dass er sein Volk nicht alleine ließ. Er ging mit ihnen durchs Feuer. Uns ließ er zurück mit der schweren Schuld. Wir hatten seine Braut verbrannt…..und wartet noch auf Reue. Und dieser Jude soll verrückt sein? Was für ein schöner Gedanke! So verrückt zu werden wurde mein Herzenswunsch und er wurde erfüllt. Aber wie kann das gelingen? Sein Geheimnis ist schlicht und jeder darf es wissen: Du sollst Gott und deinen Nächsten lieben wie dich selber. Ja eine solche Verrücktheit muss man wirklich üben bis man weiß es hat seine Richtigkeit. Wir müssen von der Lüge abrücken.

Doch die Demokratie verlangt seinen Tod, damit er sie nicht länger in ihrem Wahnsinn stört. Hurra, es gibt einen neuen Feind! Gott darf in der Politik keine Rolle mehr spielen. Man entzieht ihm das Rederecht. Was der Mensch für tot erklärt, das darf nicht mehr sein.

Und dennoch wächst das Gras durch die Ritzen des grauen Asphalt und der Löwenzahnsame wird vom Wind hin getragen wo er Wurzeln fassen kann, weil er von irgendeinem Fußtritt festgetreten wird. Das Licht der Sonne ist stärker als Stein. Warte nur, du hartgesottene Demokratie, die du das Böse so leichtfertig duldest, wirst weggesprengt werden von deiner eigenen Bosheit. Dann werden die Menschen erkennen, wie groß die Barmherzigkeit Gottes ist, der das Bekenntnis unserer Schuld mit Freispruch belohnt und uns seine Gerechtigkeit lehrt. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. IHM allein schulden wir Lob Ehre und Dank. Lasst euer Herz ganz neu an seinem Feuer Feuer fangen, das kein Fuß austreten kann, ohne selbst Feuer zu fangen. Er hat uns nicht betrogen.

Deshalb liebe ich Israel, den Augapfel Gottes.