German Media Watch
Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
Jesaja 43,1
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Claude Lanzmann, der Regisseur von „Shoah“, war im Hotel in Berlin und entdeckte, dass Israels Ländervorwahl fehlt. Ein Versehen, keine Absicht, sagt das Kempinski. Doch ist das alles?
Bei uns übernachten bedeutet, nach Hause zu kommen“, heißt es in der Begrüßung des Kempinski Hotels Bristol in Berlin. Claude Lanzmann, der Regisseur von „Shoah“, fühlte sich bei seinem Besuch im Kempinski nicht zu Hause. Im Telefonverzeichnis der Herberge, das er abends auf seinem Zimmer aufschlug, fehlte die Vorwahl für Israel. Und das, so wurde ihm von einem Mitarbeiter des Hotels gesagt, habe seinen Grund: Es entspreche dem Wunsch arabischer Gäste und sei von der Direktion so angewiesen worden. Israel? Kein Anschluss unter dieser Nummer.
Fünfunddreißig Länderdurchwahlen finden sich auf der Liste im Kempinski Bristol am Kurfürstendamm. Die meisten gehören zu europäischen Staaten, doch es geht auch nach Australien, Brasilien, Kanada, Hongkong, Japan, Russland, Saudi-Arabien, Singapur, Südafrika, Thailand und in die Ukraine. Das lässt vielleicht Rückschlüsse auf die Herkunftsländer der Gäste zu, eine Verbindung liegt nahe: Größter Anteilseigner der Kempinski-Hotels, deren Geschichte auf den deutsch-jüdischen Unternehmer Berthold Kempinski zurückgeht, der sich 1872 in Berlin niederließ und eine Weinhandlung betrieb, ist heute das thailändische Crown Property Bureau, welches das Vermögen der thailändischen Krone verwaltet. Doch welchen Schluss lässt das Fehlen der Nummer von Israel zu? Für Claude Lanzmann ist der Fall, wie er in dieser Zeitung geschrieben hat, klar: Israel soll nicht sichtbar sein, es soll verschwinden und mit ihm die Juden.
Nach Darstellung des Hotels soll an diesem Rückschluss jedoch nichts dran sein. Man könne, heißt es auf Anfrage, die von Lanzmann „beschriebenen Aussagen des Mitarbeiters so nicht bestätigen“. Weiter heißt es: „Es gab und gibt keine Anweisung seitens der Hoteldirektion und auch nicht von der Kempinski AG, die israelische Vorwahl nicht in die Ländervorwahl-Liste aufzunehmen. Dies würde auch unseren Grundsätzen von Gastfreundschaft und Offenheit gegenüber allen Menschen widersprechen.“ Die genannte Liste stelle keine vollständige Auflistung aller Ländervorwahlen dar, sondern nur eine Auswahl. Es habe „keinen dezidierten Grund“ für die Nichtnennung Israels gegeben, man habe aber „die Vorwahl selbstverständlich ergänzt“.